Profil gelöscht

So, meine Lieben – es ist getan. Nachdem ich NIE mehr in Facebook war, bin ich heute eingestiegen und habe alles gelöscht. Fotos, Gruppen, Mails… .sogar alle Freunde. Über hundert Freunde mit ein paar Klicks weg. So ist das, im Leben. Ein Klick und du bist weg. Es fühlt sich gut an. Und bis ich zum nächsten Mal auf etwas verzichte, könnt ihr hier weiterlesen: www.berichtauszuerich.wordpress.com

Statusmeldung Nr. 12 – die Letzte

Frau W.… Mag es eine PMS-Laune sein. Mag es noch kein Monat mit Ersatzstatusmeldungen sein. Mag es euch passen oder nicht. Frau W sagt Facebook und Frau-W-Book nun definitiv adieu und konzentriert sich auf www.berichtauszuerich.wordpress.com. So einfach ist das. Danke und auf Wiederlesen…

Statusmeldung Nr. 11

Frau W.… in jedem PMS steckt ein Aloha….

Statusmeldung Nr. 10

Frau W.… findet, dass Schweissperlen auch ganz schön wertvoll sind (alles eine Frage der Betrachtung)…

Statusmeldung Nr. 9

Frau W.… zählt die Farbe in einem grünen Leuchtstift und möchte nie einem Nacktwanderer begegnen…

Statusmeldung Nr. 8

Frau W.… flitzt frühmorgens voller Tatendrang umher und lauscht nebenbei den Klängen der Stadt…

Statusmeldung Nr. 7

Frau W.… frotzelt pfannkuchengefüllt in der Weltgeschichte herum und kichert…

Statusmeldung Nr. 6

Frau W.… ist beglückt darüber, dass Miezekatze M. wieder auf die Beine kommt und Miezekatze F. gut angekommen ist…

Statusmeldung Nr. 5

Frau W…. putzmunter mit fröhlicher Vorfreude auf die urbane Balkongrillade…

Statusmeldung Nr. 4

Frau W... isst quietschvergnügt eine Schale Cornflakes und betrachtet nebenbei eine Tipp-Ex-Flasche…

Statusmeldung Nr. 3

Frau W.… ist umgestiegen und entzückt – und ruft fröhlich via-via!

Statusmeldung Nr. 2

Frau W.… zwitschert ohne Sand an der Hand und findet das ziemlich Hans was Heiri….

Statusmeldung Nr. 1


Frau W
…. brabbelt den Bauch vollgewaffelt zufrieden in den Schweinegrippenmundschutz…

Ich rette Herrn D.

Herr D. hat meinen Facebook-Ausstieg wie folgt kommentiert (Original-Zitat):

Und was mach ich jetzt ohne die lustigsten Statusangaben des gesamten Facebooks?? Hilfe, ich werde geistig verarmen, mein Humor wird austrocknen, meine Tage grau!

Jesses! Das geht natürlich gar nicht. Ich meine, Herr D. läuft absolut nicht in Gefahr, geistig zu verarmen – weiss Gott nicht. Aber ich nehme seine ach so spürbare Verzweiflung natürlich total ernst. Und darum, lieber Herr D., werte Freunde, werde ich einen soften Abgang machen.

Nein, nein – Facebook ist und bleibt passé. Aber ich werde HIER im Monat Mai Statusmeldungen platzieren.

facebook-status1
Inkonsequentes Kompensationsverhalten wird Frau C. F. aus B. in B. und Z. vermutlich kommentieren… Papperlapapp!

Yes we can – Obama goes Facebook

Aha. Kaum steige ich aus – steigt Obama ein.

Mist, ich wäre gerne Obamas Freund gewesen, wirklich. Freunde wie Obama können das Image ganz schön aufpolieren, da ist man dann wer. Probleme bei der Einreise in die USA: Hey, watch out, Obama ist mein Friend, Freundchen!

Ob Obama dann auch Fotos reinstellt? Hund Bo im Familiengemüsebeet und knochenknagend im Oval Office? Oder gibts nur Warnungen wegen der Schweinegrippe – tragt einen Mundschutz und seid nett zueinander, das hilft…? Oder vertreibt er über Facebook sogar Mundschütze mit Amerika-Flagge? Cool sieht sicher seine „Wo-ich-schon-war“-Karte aus. Und hey, ich hätte Obama gerne in meine „Diddl sucks“-Gruppe eingeladen.

Und überhaupt. Na prima – da steht das prominenteste Mitglied überhaupt zum Freund zur Verfügung und ich bin draussen.

Ist es nicht betrüblich, was man ohne Facebook alles verpasst…?

whitehouse-facebook

Good bye Facebook

Mein Entscheid ist gefallen. No more Facebook….

Ja – heute morgen bin ich eingestiegen, habe mich ein wenig umgesehen – und wusste: das war’s.

Da gab es keine Verunsicherung. Keine Emotionen. Keine Unklarheiten.

Also: Aussteigen und gut ist…

Thank you and good bye…!

facebook

Tag 30 ohne Facebook

Es ist vollbracht. 30 Tage ohne Facebook…!

Nach einem harzigen Start (Neugier…!) und ein paar klitzekleinen Entzugserscheiungen (welche wiederum ein paar harmlose Erpressungsversuche meinerseits zur Folge hatten) war der Endspurt nahezu unbelastend. Die Tage flogen dahin und ohne diesen Blog hätte ich oft gar nicht mal mehr daran gedacht.

In der ersten Zeit wurde ich noch von meinen Facebook-Freunden persönlich angehauen „Wann bist du endlich wieder drin“, „Warum machst du das, geh doch wieder rein“, „Machst du das wirklich so lange“… etc. Nach zwei, drei Wochen war auch das vorbei. So schnell wird man vergessen :-)

Item, das Thema rückte immer mehr in den Hintergrund und erstaunlicherweise drehte sich die Erde weiter. Eigentlich war es ganz schön, keine (gefühlten) Erwartungshaltungen erfüllen zu müssen.

Mein Fazit: Facebook ist ein lustiges Tool. Facebook macht süchtig. Facebook verführt zu unverbindlichem Sozialverhalten. Facebook lässt einem alte Freunde wiederentdecken. Facebook kann Freundschaften auf den Prüfstand stellen. Facebook ist belanglos. Facebook ist eine Imageplattform. Facebook hat gute und schlechte Seiten. Facebook ist harmlos.

Und ja, ich werde morgen nach 30 Tagen Enthaltsamkeit wieder „reingehen“. Ich werde sehen, was wo, bei wem und warum gelaufen ist.

Wer war im Urlaub und hat seine Sandzehen in die Kamera gestreckt. Wer hat sein Kind getauft und hält den Wonneproppen stolz in die Kamera. Wer fotografiert seinen ersten Gartenzwerg und ist erst noch stolz darauf. Wer wird auf einem superpeinlichen Polterabendfoto markiert (ja das bin ich, Mama, aber sie haben mich gezwungen..) und muss die Unterhose auf dem Kopf jetzt irgendwie erklären.

Ich werde es sehen. Und wenn ich mich sattgelesen und sattgesehen habe, werde ich mich entscheiden. Ob ich ganz aussteige oder nicht. Ich mache es von meiner Reaktion morgen abhägig. Und bin selber gespannt….

Tage 28 und 29 ohne Facebook

Bald ist es soweit. So zäh sich der Monat am Anfang hinzog, so rasch geht es jetzt. Fast zu rasch. Eigentlich ist die Ruhe ganz schön. Logisch, ich werde meine ganz eigene 1. Mai-Feier hinlegen und den ersten Facebook-Besuch nach einem Monat Verzicht zelebrieren. Ich werde alles lesen, alles anschauen, alles beantworten, alles..alles…alles. Aber dann? Zurück in die Ruhe oder zurück ins Getümmel? We’ll se…

Tag 27 ohne Facebook

Da bilden sich zig Schweinegrippe-Panik-Gruppen bei Facebook und ich kann nicht beitreten. Ich kann nicht kollektiv und dokumentiert in Panik geraten. Keine Aufwiegeleien, keine Mutmassungen, keine fachlich hochstehenden Diskussionen. Auch keine Influenza-Statusmeldungen, kein gratis Husten, keine ich-hab-die-Grippe-und-sehe-schweinisch-mies-aus-Fotos zum mitleiden.

Was für ein Verlust…

Ich notiere: Ich grunze vor Vergnügen…

Tage 24 bis 26 ohne Facebook

Es geht gut. Sehr gut sogar. Was? Na, was wohl – das Leben ohne Facebook natürlich.

Klar, da findet auf Facebook ganz viel statt. Da tobt das Leben, Schicksale entscheiden sich,  Seilschaften werden geknüpft, Beziehungen festigen oder lösen sich, Images werden gepflegt, Skandale nehmen ihren Lauf – und ich bekomms nicht mit. Freiwillig. Wie verrückt ist das denn…

Bloss,  meine Neugier-Wogen haben sich geglättet, meine Image ist wie es ist und irgendwie rückt das Facebook-Treiben immer mehr in den Hintergrund. Brauche ich Facebook wirklich (noch)? Soll ich mich nach meinem Verzichts-Monat einloggen, um mich definitiv zu verabschieden? Wie wertvoll sind Freunde, die sich nur über Facebook melden? Werde ich das belanglose aber unterhaltsame Geplänkel vermissen? Ich meine, so richtig vermissen? Weil, Verzicht auf Zeit ist ja etwas anderes als totaler Verzicht, nicht wahr.

Ich notiere: Ich gehe mit mir einig, dass Facebook weder lebensnotwendig noch anderwertig wirklich wichtig Ist. Lustig, ja. Unterhaltsam, auch. Aber wichtig? Dennoch bin ich noch unschlüssig, wie es ab dem 1. Mai weitergeht… Nun, ich habe ja noch ein paar Tage Zeit…

Tage 20 bis 23 ohne Facebook

Szene 1: Eine Mitarbeiterin meldet sich bei ihrer Firma krank. Migräne. Und mit Migräne am Bildschirm arbeiten geht gar nicht. Also krank. Also ab ins Bett.

Schnitt

Szene 2: Ein Chef klickt sich bei Facebook durch seine Mitarbeitenden. Heutzutage tummeln sich nun mal Chefs und Mitarbeitende in den gleichen Tools. Und für Chefs ist es durchaus spannend zu sehen, was seine Schäfchen so treiben.

Nun überstürzen sich die Ereignisse:

Szene 3: Mitarbeiterin tummelt sich trotz Migräne fleissig im Facebook und hinterlässt ihre Spuren.

Schnitt

Szene 4: Chef erschnüffelt diese Spuren und fragt sich: Was macht denn die trotz Migräne und gemeldeter Bildschirmunfähigkeit im Facebook?

oh-oh

Grübel. Grübel.

Schnitt.

Szene 5: Mitarbeiterin kommt wieder zur Arbeit. Hallo Chef. Hallo Mitarbeiterin. Beziehungsweise: Adieu Mitarbeiterin. Warum adieu? Facebook-Ausdruck-Rumwedel. Darum!

So geschehen neulich in einem uns gut bekannten Land in Europa. So gelesen in einer uns gut bekannten Tageszeitung. Der Mitarbeiterin wurde fristlos gekündigt.

Ich notiere:
Punkt 1: Facebook schütz vor Dummheit nicht
Punkt 2: Facebook entlarvt Lügner
Punkt 3: Facebook gefährdet (wenn Punkt 1 und 2 eintreffen) ihre Arbeitsstelle….

Tage 17 bis 19 ohne Facebook

Man versucht mich zu locken. Man versucht, mich neugierig(er) zu machen. Man versucht, mich zu überreden. Man versucht, mich zurückzubringen. Auf den richtigen Weg, sozusagen. Ich kann mein Versagen dann ja als Statusmeldung in die Welt heraustragen. Freunde – vergesst es, ich halte durch!

Und spannend ist – da kommen auch keine Mails, obwohl meine Koordinaten auf Facebook aufgeschaltet sind. Das geht klar. Mailen ist nun mal verbindlicher. Und ich frage mich, ob Facebook schlussendlich nur von der unverbindlichen Kommunikation auf die Schnelle lebt. Man kann, muss aber nicht. Mal schnell Bescheid geben, ohne wirklich involviert zu werden. Antworten ist möglich aber nicht zwingend. Und rückantworten auch. Lass mich, ich mag nicht muss nicht ausgesprochen werden. Facebook lässt es zu, nicht zu reagieren. Und alle verstehen es. Auf eine Mail nicht zu antworten – das geht schlechter. Spannend, nicht wahr?

Ich notiere: Ich halte auf jeden Fall durch – Köder hin oder her. Und wichtige Freundschaften pflegen sollte man wohl lieber ausserhalb Facebook…

Tage 14 bis 16 ohne Facebook

Wie lange dauert das denn noch. Menschenskinder. Hört das denn nie auf. Wann ist dieser entbehrungsreiche Monat endlich, endlich vorbei? Wie das  zerrt, es zerreisst mich schier. Wo ist oben? Wo unten? Wer bin ich? Warum bin ich? Ich plange. Ich leide. Ich winde mich. Wirklich…. Wirklich?

Papperlapapp… Es wird immer einfacher…Es ist wie beim Schokoladen-Entzug (yes, i did it) . Oder wenn man aufhört zu rauchen (yes, i did it). Die ersten Minuten sind grässlich. Die ersten Stunden endlos. Die ersten Tage fürchterlich. Die erste Woche ein Graus. Danach, ja, danach wirds einfacher. Mit jedem Tag gehts besser. So einfach ist das (nicht immer)!

Ich notiere:
- Neugier: Noch da
- Automatischer Reflex einzusteigen: Immer seltener
- Täglich „daran“ denken: Kaum noch
- Allgemeines Befinden: Ohne Befund
Na prima!

Tag 13 ohne Facebook

Super – es gibt eine neue Ausrede für Schulfaule. Die armen, geplagten Minderleistenden. In der Zeitung lese ich „Facebook schadet dem Schulerfolg“. Eine Studie scheint zu belegen, dass intensive Facebook-NutzerInnen einen signifikant schlechteren Notendurchschnitt haben. Weiter unten lese ich dann, dass die Studie auf einer Befragung von 220 Usern in den USA basiert (sooo viele – aha!).

Item – Fact ist, dass man für Facebook durchaus einiges an Zeit aufwenden kann. Aber kann „man“ Facebook für schlechte Leistungen verantwortlich machen? Die Antwort ist vermutlich ja, man kann. Aber vermutlich ist Facebook auch nicht mehr oder weniger verantwortlich für schlechte Leistungen wie andere Ablenkungen – ob multimedial oder nicht. Des Pudels Kern liegt wohl eher in der Frage, warum man sich ablenken lässt. Und das Übel besteht darin, dass man sich ablenken lässt.

In meiner Generation (ü-x-30 aber noch u-40) war die leistungsmindernde Ablenkung vielleicht das zusammengefaltete Liebesbriefli (mit allen Folgen), welches einem mit einem bunten Kaugummi von einem Freundschaftsdienstboten überbracht wurde. Oder die neuste „Super-80-Mega-Mix-MC“ auf einer brandneuen Maxell-Musikkassette. Oder die Tatsache, dass die neuste Folge von „Silas“ oder „Falcon Crest“ genau zu der Zeit ausgestrahlt wurde, zu der man eigentlich für die nächste Prüfung hätte lernen sollen (die Eltern aber seltsamerweise zu der Zeit nicht zu Hause waren und die technische Entwicklung in Form eines Video-Recorders nocht nicht alle Haushalte erreicht hatte. So, dass man gezwungen war, genau zu der Zeit TV zu schauen statt zu lernen). Oder auch die Erledigung wichtiger Pflichten (wie Vogelkäfigreinigen, Klamottenausmisten, Ferienfotoseinkleben oder Dankesbrief-an-Oma-schreiben), welche just zur gleichen Zeit wie das Lernen anfielen und man schlicht und einfach Prioritäten setzen musste….

Ich notiere: Ablenkung war schon seit je her eine gute Ausrede für alles Mögliche und Unmögliche. Wenn man sich ablenken lassen will, ist man für jede Gelegenheit dankbar. Facebook hin oder her.  Mist, eigentlich hätte ich noch waschen sollen – aber das bloggen hat mich wieder soviel Zeit gekostet…

Tage 8 bis 12 ohne Facebook

Die Tage ziehen ins Land und Facebook rückt immer mehr in den Hintergrund. Natürlich wäre es lustig zu erfahren, wer welche Eier gesucht und gefunden hat. Oder wer versehentlich das Ostergras aus Omas Osternest geraucht hat. Oder wer es geschafft hat, die schönsten weissen Eier zu malen. Das ist nämlich gar nicht so einfach. Vor allem nach dem rauchen von Omas Ostergras – aber das ist ein anderes Thema.

Schlussendlich werde ich alles auch auf anderen Wegen erfahren. Mein Göttibueb wird mir am Telefon erzählen, was in dem Bilderbuch so abgeht, welches er vom Gotti-Osterhasen geschenkt bekommen hat. Meine Freundin wird mir per SMS mitteilen, ob es im Schnee auch einen dazugehörigen Schneehasen gab. Im Tram werde ich mitanhören, was wildfremde Menschen über Ostern erlebt haben. Frau H. wird aus der Ferne berichten, wie warm so ein Strand an Ostern sein kann und ob es 10m unter Wasser auch noch Osternester gibt. Und in der Mittagspause in der Firma werde ich vielleicht sogar mehr erfahren, als mir lieb ist.

Ich notiere: An die Informationen komme ich auch auf anderen Wegen heran. Doch das ist nicht der Punkt, nicht wahr. We’ll see.

Tag 7 ohne Facebook

Um es mit Grönemeyer zu sagen:

Facebook im Blick
Deine Statusmeldungen sind gemalt
Meine Freunde sind nicht mehr bei mir
Schreibst mechanisch
Völlig steril
Eiskalter Status
Mir graut vor dir
Mein Account ist leer und ungebraucht
Manchen tuts weh
Hab Facebook-Leere in meinem Bauch
Kanns nicht wirklich vermissen
Kann es aber nicht vergessen
Aber auch das gelingt mir noch

Gib mir meinen Account zurück
Du brauchst meinen Entzug nicht
Gib mir meinen Account zurück
Bevor ich vor Neugier zusammenbrech
Je eher, je eher ich wieder online bin
Umso leichter, umso leichter
wirds für mich…

Tag 5 und 6 ohne Facebook

Neugier. Neugier? Neugier!!

Wie es wohl Frau C.F. aus B. in B. und Z. geht? Die geniesst sicher die herrlichen Frühlingstage und tut dies mit herrlichem Geschreibsel kund. Herr F.W. aus R. wird sich vermutlich langweilen, weil er meine Statusmeldungen nicht mehr kommentieren kann und wird vermelden, dass er Facebook-Verzichter doof findet. Hmmm. Hat wohl jemand ein neues Portraitfoto hereingestellt? Oder ein paar wirklich schlimme Partyfotos? Verpasse ich einen Geburtstag oder bekomme ich gar eine Geburt, eine Bestnote oder einen geplatzten Reifen nicht mit? Hat jemand den Pfnüsel und ich kann ihm nicht einmal Gesundheit sagen? Lädt jemand zu Etwas ein und ich verpasse das? Gibt es News aus Amerika? Ist der Hund wieder gesund? Die Single aufgenommen? Der Rasen gemäht? Der Streik verdaut? Das Kochbuch gekauft? Die Wäsche gefärbt? Das MacBook geflickt? Der Lastwagen bestellt und die Fische gefüttert?

Herrje – ich bin total nicht mehr auf dem Laufenden. Zumindest was Unwichtiges betrifft. Immerhin attestiere ich den Informationen in Facebook doch auch ein Quentchen Wichtigkeit. Aber mal ehrlich: wirklich Wichtiges ist doch halb so spannend wie wirklich Unwichtiges.

Ich notiere: Ausser ein paar netten Nasen und um meine naturgegebene Neugier zu befriedigen vermisse ich Facebook nicht wirklich. Aber das reicht ja auch. Neugier ist das halbe Leben? Ach ja? Papperlapapp!

Tag 3 und 4 ohne Facebook

Von Tag 3 auf Tag 4 war mir die Freude beschieden, eine Hochzeit zu besuchen. Also hatte ich gar keine Zeit, ins Facebook zu schauen – bzw. in die Versuchung zu kommen. Dennoch: Facebook ist überall.

Nach getätigter Hochzeit versammelten sich die Gäste beim Apéro und irgendwann war auch das Thema Facebook an der Reihe. Bist du auch? Ach ja, ich auch, wollen wir Freunde werden? Du auch? Ach, das ist ja lustig. Hey, er ist auch. Und sie auch. Sowas. Dabei sind wir ja alle eigentlich über dem typischen Facebook-Alter. Ach, das hält jung. Gekicher. Also, schickst du mir eine Freundschaftsanfrage? Du auch? Ja klar, ihr auch? Cool. Schatz, ich habe fünf neue Freunde!

Verschwiegen habe ich, dass ich mich am Anfang eines abstinenten Monats befinde.. Ich hielt mich so oder so mehrheitlich aus der Diskussion heraus und stopfte mir immer wenn ich antworten sollte eine dieser kleinen, feinen Frühlingsrollen in den Mund. Mhhhmmm. Nicken. Mhhhhmpf.. Und ich weiss auch schon, was passiert. Ich werde die Freundschaftsanfragen erhalten. Und ich werde sie nicht beantworten – da ich ja nicht drin bin und auch nicht reingehe. Und sie werden sich wundern und denken, komisch, findet die mich wohl doof? Dabei hatten wir es so lustig am Apéro (stimmt übrigens). Naja, manche Leute zeigen es halt einem so. Seufz. Die Welt, hachja, die Welt.

Und wenn ich einen Monat später die Freundschaftsanfragen bestätige und sie endlich, endlich Zugriff auf meine Seite haben werden sie meine Statusmeldung mit dem Monatsverzicht sichten und sich so fühlen, wie man sich in so einem Moment fühlt. Ach sooooo, die findet mich gar nicht doof, ach sooooo… habe schon gedacht…. also sowas, die schreibe ich gleich an, die war wirklich nett…

Ich notiere: Es wird ein Monat vergehen, bis wir den Kontakt aufnehmen, den wir ohne Facebook vermutlich innert Tagen aufgenommen hätten. Ich hinterfrage das jetzt gar nicht, nein – ich rufe sie gleich an, so einfach ist das.

Tag 2 ohne Facebook

Pardon – was genau ist nochmals „Facebook“?

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Tag 1 ohne Facebook

Kaum gestartet und schon habe ich um ein Haar aus lauter Gewohnheit auf den Facebook-Favoriten geklickt. Das war wirklich knapp. Um Haaresbreite, sozusagen. Ich muss also den Favoriten dringend entfernen. Haarsträubend, wenn ich schon am ersten Tag versagt hätte. Kaum vorzustellen. Ich hätte mir wirklich die Haare gerauft. Und meine Facebook-Freunde hätten haargenau geschildert, wann und wie der Rückfall zustande gekommen ist. Aber das wäre in meinen Augen eh nur Haarspalterei gewesen….

Ich notiere: Tag 1 ohne grosse Probleme überstanden. Am Mittagessen kurz angesprochen. Aus der Sonne kommender Verdacht auf 1.April-Scherz dementiert. Neugier grösstenteils im Zaum gehalten. Bedauern über den Wegfall der stets erheiternden Kommunikation mit gewissen hellen Köpfchen empfunden.