Von Tag 3 auf Tag 4 war mir die Freude beschieden, eine Hochzeit zu besuchen. Also hatte ich gar keine Zeit, ins Facebook zu schauen – bzw. in die Versuchung zu kommen. Dennoch: Facebook ist überall.
Nach getätigter Hochzeit versammelten sich die Gäste beim Apéro und irgendwann war auch das Thema Facebook an der Reihe. Bist du auch? Ach ja, ich auch, wollen wir Freunde werden? Du auch? Ach, das ist ja lustig. Hey, er ist auch. Und sie auch. Sowas. Dabei sind wir ja alle eigentlich über dem typischen Facebook-Alter. Ach, das hält jung. Gekicher. Also, schickst du mir eine Freundschaftsanfrage? Du auch? Ja klar, ihr auch? Cool. Schatz, ich habe fünf neue Freunde!
Verschwiegen habe ich, dass ich mich am Anfang eines abstinenten Monats befinde.. Ich hielt mich so oder so mehrheitlich aus der Diskussion heraus und stopfte mir immer wenn ich antworten sollte eine dieser kleinen, feinen Frühlingsrollen in den Mund. Mhhhmmm. Nicken. Mhhhhmpf.. Und ich weiss auch schon, was passiert. Ich werde die Freundschaftsanfragen erhalten. Und ich werde sie nicht beantworten – da ich ja nicht drin bin und auch nicht reingehe. Und sie werden sich wundern und denken, komisch, findet die mich wohl doof? Dabei hatten wir es so lustig am Apéro (stimmt übrigens). Naja, manche Leute zeigen es halt einem so. Seufz. Die Welt, hachja, die Welt.
Und wenn ich einen Monat später die Freundschaftsanfragen bestätige und sie endlich, endlich Zugriff auf meine Seite haben werden sie meine Statusmeldung mit dem Monatsverzicht sichten und sich so fühlen, wie man sich in so einem Moment fühlt. Ach sooooo, die findet mich gar nicht doof, ach sooooo… habe schon gedacht…. also sowas, die schreibe ich gleich an, die war wirklich nett…
Ich notiere: Es wird ein Monat vergehen, bis wir den Kontakt aufnehmen, den wir ohne Facebook vermutlich innert Tagen aufgenommen hätten. Ich hinterfrage das jetzt gar nicht, nein – ich rufe sie gleich an, so einfach ist das.